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Ein zusätzliches Kita-Jahr macht durchsetzungsfähiger und gewissenhafter

Bildungsklick berichtet: Gehen Kinder ein Jahr früher in eine Kindertageseinrichtung (Kita) als andere, sind sie im Alter von etwa 15 Jahren kommunikativer, durchsetzungsfähiger und gewissenhafter. Das geht aus einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hervor, die als eine der ersten für Deutschland die längerfristigen Auswirkungen eines frühen Kita-Eintritts auf die Persönlichkeitseigenschaften im Jugendalter untersucht. Dafür haben die DIW-BildungsökonomInnen Maximilian Bach, Josefine Koebe und Frauke Peter Daten des Nationalen Bildungspanels (NEPS) zu mehr als 4.500 NeuntklässlerInnen analysiert, die entweder ab 1997 oder 1998 eine Kita besuchten.  „Ein zusätzliches Kita-Jahr wirkt sich deutlich auf Persönlichkeitseigenschaften aus, die auch für den späteren Bildungs- und Arbeitsmarkterfolg entscheidend sind“, sagt Studienautorin Frauke Peter. „Das unterstreicht, wie wichtig es ist, grundsätzlich allen Kindern und ihren E...

Arme Eltern können keine Seife und kein Waschmittel kaufen

Englische Grundschulkinder kommen ungewaschen und in dreckiger Kleidung in die Schule, wenn ihre Eltern arm sind und keine Seife und Waschmittel kaufen können. Das sind Ergebnisse einer breiten Befragung von Lehrern durch in kind direct , die jetzt in der Zeitung Guardian zusammengefasst wurden. Etwa die Hälfte der Lehrer, die an der Befragung teilgenommen hatten, stellten den Kindern Seife, Shampoo oder Waschmittel unentgeltlich zur Verfügung. Jeder vierte Lehrer hatte schon einmal Zahnbürsten für arme Kinder gekauft. 63% der Kinder kommen mit schmutziger Kleidung und die Hälfte putzt sich nicht die Zähne. Man braucht nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, dass Kinder mit schmutziger Kleidung von anderen Kindern gemieden werden und zunehmend isoliert und unsicher bleiben. Nun gibt es ja absolute und relative Armut auch in Deutschland. Eine direkte Verbindung zwischen Armut und Hygiene wurde meines Wissens in Deutschland nicht untersucht, aber natürlich kennt man die Auswirku...
Was macht gute Lehrer aus ? Lieber doch keine Quereinsteiger? Wer studiert denn auf Lehramt? In den meisten Ländern zeigten die Schüler mit Lehramts-Plänen unterdurchschnittliche Leistungen in der Mathematik und bei den Lesefähigkeiten. Auch nicht so gut, oder? Jenseits aller anderer Qualitätskriterien sagte schon Hattie: Der Lernerfolg hängt vom Engagement der Lehrer ab. Lest den SPIEGEL Online Beitrag " Schüler sind nur so gut wie ihre Lehrer ".

Digitalisierung ja, aber wie denn jetzt?

 5 Millarden Euro will die GroKo in die Digitalisierung investieren. Finde alle gut, vielen reicht´s nicht. Die Lehrer sagen, gut und schön, neue Laptops und Tablets, aber wir sind ja gar nicht dafür ausgebildet. Also wär es schön, wenn die Lehrer aus- und fortgebildet würden. Hardware allein brint´s ja nicht. Nun aber findet eine Studie des Monitor Lehrerbildung: Lehrangebote zum pädagogisch sinnvollen Einsatz von Tablet oder Smartboard sind noch immer kein Muss im Studium. Der Monitor Lehrerbildung ist die bundesweit einzige Datenbank zum Lehramtsstudium. Unter www.monitor-lehrerbildung.de sind relevante Daten zu dieser ersten Phase der Lehrerbildung übersichtlich dargestellt. Lediglich in fünf Bundesländern ist die Thematik aktuell in staatlichen Prüfungsordnungen berücksichtigt. Dabei könnten die Länder stärker steuern, etwa durch rechtlich verbindliche Regelungen zum methodisch-didaktischen Einsatz digitaler Medien in der Lehrerausbildung. „Der Einsatz digitaler Medien...

Digitale Souveränität statt Digitaler Demenz

Einen krasseren Gegensatz kann man sich kaum vorstellen: Wettert Prof. Spitzer (siehe mein letzter Beitrag) noch gegen die Verdummung der Kinder durch die Digitalisierung, so fordert der Aktionsrat Bildung der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) den kompetenten Umgang mit Medien als unverzichtbare Schlüsselqualifikation oder, wie die Welt titelt die "Durchdigitalisierung von Deutschlands Kindern". Welch ein Wort! Digitale Souveränität ist der bessere Begriff. Er bedeutet, dass jeder Einzelne befähigt sein soll, digitale Medien selbstbestimmt und unter eigener Kontrolle zu nutzen und sich an die ständig wechselnden Anforderungen in einer digitalisierten Welt anzupassen.  Der Aktionsrat untersucht den erreichten Stand digitaler Bildung von der Frühen Bildung bis zur Hochschule und der Weiterbildung und spricht Empfehlungen aus, wie das übergreifende Ziel digitaler Souveränität eines jeden Einzelnen zu erreichen ist. Dabei wird deutlich, dass digitale ...

Spitzers "Computer und Smartphones machten Kinder dumm" ist auch dumm

Prof. Manfred Spitzers Eloquenz in Vorträgen ist ebenso berühmt wie seine literarische Aktivität. In "Digitale Demenz" mit dem Untertitel "Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen" (2014) warnt er vor Aufmerksamkeitsstörungen und Realitätsverlust, Stress, Depressionen und zunehmende Gewaltbereitschaft als Folge des fortschreitenden Gebrauchs von Medien durch Kinder. Das klingt alles vernünftig, verstärkt unsere subjektive Wahrnehmung und ist populär. Doch Vorsicht! Nicht alle Argumente und Forschungsergebnisse, die Spitzer zitiert, müssen zwangsläufig auch der Überprüfung standhalten. Spitzer erweist sich da als mit Wissenschaft getarnter Missionar. Zunehmend häufig finden sich Spitzer-kritische und lesenswerte Beiträge. Hier einige davon: "Krude Theorien, populistisch montiert" (2012) in der Süddeutschen Zeitung "Wir sollten aufhören zu diskutieren, ob Smartphones dumm und depressiv machen" (2016) im Anschluss an die Sendun...

"Neuausrichtung der vorschulischen Sprachförderung": oh, wie traurig

Mit zweifelos guter Absicht verkündet  Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne : „Wir möchten den Stellenwert der Bildungsarbeit in Kindertagesstätten in den Blick rücken und Kinder dort fördern, wo sie sich tagtäglich aufhalten: im pädagogischen Alltag der Kindertageseinrichtungen" Na toll. Mit kleien Kindern reden, da, wo sie sind: in der Kita. Daran ist absolut nix neu. Geredet wird schon lange. Mit immer gleichbleibend schlechtem Erfolg unter dem Motto: Wir reden weiter, wie uns alltäglich der Schnabel gewachsen ist. Das reicht auch bei Kindern, die sowieso normal schwätzen lernen. Bei denjenigen, die Probleme in der Sprachentwicklung haben, reicht "normal" reden nachweislich nicht. Doch das beruhigt Wähler und Erzieherinnen: Wir wollen gar nix neu machen. Seid ganz stille. Wir unterstützen euch im Weiter-So. Minister Tonne: „Ich betone ausdrücklich, dass die Kita-Fachkräfte sich keine Sorgen zu machen brauchen, wir erfinden keine neue Aufgabe!...